Innovationsfeld DMPL - ein Überblick

DMPL steht für eine innovative Landwirtschaft von Morgen in der Region. Nachhaltige Landwirtschaft muss gesellschaftliche akzeptiert, ökologisch und ökonomisch tragfähig sein. Ziel ist die Qualitätssteigerung in umweltgerechter Produktionsweise, wobei es auch die Aufgabe sein muss Erzeuger und Verbraucher wieder näher zusammenzubringen, damit die gesellschaftliche Akzeptanz essentiell gesteigert wird.  Es ist unerlässlich, dass alle Akteure der landwirtschaftlichen Wirtschöpfungskette sich zusammenschließen um mit neuen Ideen einen Strukturwandel in der Region zu initiieren. Die Diversität in der DMPL-Region wird als Potential verstanden und soll genutzt werden, um mittel- und langfristige Innovations- und Wirtschaftskraft aufzubauen. Die Innovationen in den verschiedenen Bereichen müssen positiv zusammenwirken um die zentralen Herausforderungen der Region anzugehen. Dabei muss der Ansatz interdisziplinär und branchenübergreifend sein!

DMPL möchte einen Rahmen für Innovationen in der Region bieten, sodass durch die große Diversität ein Strukturwandel in der Landwirtschaft initiiert wird. Im Rahmen des DMPL-Innovationsfeldes gibt es eine Vielzahl an Bereichen, die zu einem Strukturwandel führen sollen und dabei den Rahmen für zukünftige Ideen geben:

Vielfalt ist die Stärke von DMPL!

Mit einer innovativen Idee innerhalb der dargestellten Bereiche können Sie Ihren Teil zum Strukturwandel in der Landwirtschaft beitragen! Dabei muss Ihre Idee für ein Projekt in mindestens einem Innovationsbereich liegen, gern auch darf Ihre Idee mehrere Bereiche miteinander vernetzen.

Geschäftsmodellentwicklung für Agrarbetriebe und Agrarservice

Agrarbetrieb
Die hohe Vielfalt der lokalen Gegebenheiten innerhalb der DMPL-Region macht differenzierte Geschäftsmodelle zwingend notwendig. Dazu gehören u.a. verschiedene Formen der Direktvermarktung, die in zahlreichen Ausprägungsstufen realisiert werden können. Hierzu sollen durch DMPL neue Formen der Vermarktung verstärkt implementiert werden. Die Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigem in der Landwirtschaft liegt in der DMPL-Region derzeit noch deutlich unter dem Durchschnitt aller Wirtschaftsbereiche und unterliegt zudem starken regionalen Schwankungen, je nach Marktsituation, Witterung, Standorteigenschaften unter denen die Betriebe wirtschaften. Darüber hinaus sind weitere Geschäftsbereiche anschlussfähig, z.B. die Gewinnung erneuerbarer Energien, Urlaub auf dem Lande, Bildungsangebote für Schulen und die breite Gesellschaft und vor allem die Weiterentwicklung pflanzenbaulicher Anbausysteme und neue Haltungssysteme für Nutztiere.

Agrarservice
Der Einsatz neuer Maschinen (Technologien) für Produktionsprozesse im Pflanzenbau, mittelfristig auch autonomer Maschinen (z. B. Feldschwarmsysteme) verlangt ein hohes Know-how im Betrieb und erfordert für die Amortisation eine hohe Auslastung. Beides kann durch ein Dienstleistungsmodell eines Agrarservice der Maschinenringe vielfach regional besser erreicht werden. Hier kann auf das sachsen- und deutschlandweite Netzwerk der Maschinenringe oder auch die Leistungen der Lohnunternehmer hinsichtlich der Etablierung von Feldschwarmsystemen gezielt wert-schöpfungssteigend genutzt werden. Darüber hinaus sind hier auch digitale Services des Smart Farming unterschiedlichster Art einsetzbar.

Digitalisierung des Diversitätsmanagements

Bei der Digitalisierung des Diversitäts-Managements geht es um die Erhebung und Verknüpfung von Daten aus unterschiedlichen Bereichen, wie Maschinendaten, Informationen zu den landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsflächen (Standortbeschaffenheit, Naturschutz- und Biodiversitätsaspekte) und Betriebsstrukturen, Informationen zum regionalen Absatzpotential                                                                             und Verarbeitungsstrukturen für landwirtschaftliche Produkte.

Das Verständnis über landwirtschaftliche Prozesse (produktionstechnische Daten) soll durch die Einbindung von Informationen zu wirtschaftlichen Geschäftsprozessen erweitert werden, um die bestehende Wertschöpfung zu steigern oder neue Wertschöpfungsketten zu erschließen. Darüber hinaus sollen Daten aus dem Diversitäts-Management für betriebliche Prognosen und Risikoabschätzungen zur Verfügung stehen (Soll-Ist-Vergleiche, SWOT-Analysen), auch als Erfahrungswerte für den Einzelnen oder im Sinne eines gemeinsam lernenden Systems (bis hin zu künstlicher Intelligenz).

Ziel ist es, Entscheidungsprozesse durch digitale Abbildung der Zusammenhänge bzw. des Wirkungsgefüges zwischen Boden- und Klimasituation, Arbeitseinsatz, Bewirtschaftungsmethoden, wirtschaftlichem Umfeld (Produktion, Verarbeitung, Absatzmarkt) und Geschäftsmodellen auf einer breiteren und objektiven Datengrundlage zu führen und so Entscheidungen präziser treffen zu können.

Smartfarming in der Landtechnik

Eine Nutzung der hohen Diversität innerhalb der DMPL-Region erfordert differenzierte Antworten und wertschöpfungssteigernde Geschäftsmodelle. Hierzu kann der Einsatz von Smart-Farming-Systemen, wie z.B. die teilflächenspezifische Düngung und Pflanzenschutz, die ihrerseits mit den autonomen und teilautonomen Systemen im Feld kommunizieren, einen wesentlichen Beitrag leisten. Es kann ein durchgängiger Datenfluss und ein weitgehend automatisierter Prozessablauf sichergestellt werden. DMPL soll deshalb in der Region durch entsprechende Innovationsworkshops und Projektrealisierungen dazu beitragen, Smart-Farming-Systeme stärker als bisher in der Breite der landwirtschaftlichen Betriebe zu implementieren. Diese können den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemittel optimieren und reduzieren, gezielt durch das Auslassen einer Teilfläche die Biodiversität und den Nährstoffaustrag senken, so dass auch Oberflächen- und Grundwasser besser als bisher geschützt werden. Haben Sie weitere Ideen und wissen nicht, wie und mit welchen Partnern Sie zu einer Lösung kommen? Sprechen Sie das DMPL-Bündnis an!

Innovative Verfahren zu mehr Natur- und Klimaschutz

Auch die Landwirtschaft ist als systemrelevanter Bereich gefordert, wo immer möglich eine Klimaneutralität des Wirtschaftens zu erreichen. DMPL möchte innovative Ideen fördern, die für mehr Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sorgen! Darüber hinaus ist der Bereich der Bioökonomie für eine nachhaltige, innovative Landwirtschaft von großer Bedeutung. Eine Vielzahl an Problemstellungen beschäftigt die Landwirtschaft und die gesamte Wertschöpfungskette. Haben Sie dazu eine Lösungsidee? Dann sprechen Sie das DMPL-Bündnismanagement doch einmal an!

Innovative Verfahren im Pflanzenbau für Bodenschutz und Bodenfruchtbarkeit

Methoden des Pflanzenbaus müssen Bodenschutz und Bodenfruchtbarkeit durch standort-, fruchtart- und witterungsangepasstes Management stetig fördern. Innovative Ideen die zu einem zukunftsfähigen Pflanzenbau führen sind für DMPL prädestiniert. Neuen Verfahren reduzierter Bodenbearbeitung kommt hierbei eine herausragende Bedeutung zu. Strip-Till One-Pass, als eines der Prioritätsprojekte von DMPL, ist dabei ein sehr vielversprechendes Verfahren der streifenförmigen Bodenbearbeitung. Es stellt häufig eine Kombination von Zwischenfruchtbau mit einer platzierten Einsaat in einen schmalen Bearbeitungsstreifen dar, die zukünftig auch modular in Verbindung mit autonomen Systemen realisiert werden soll. Bodenschutz wird so als Werkzeug mit einer biologischen Komponente des Zwischen- und Hauptfruchtbaus und technischen Lösungen zur präzisen Bodenbearbeitung und Saatguteinbettung im Management der Betriebe fest integriert. Der Boden muss als lebendiger Organismus eines komplexen Ökosystems verstanden und entsprechend standortangepasst bewirtschaftet werden.

Ausbau regionaler Wertschöpfungsketten vom Erzeuger zum Verbraucher

Die regionale Verbindung zwischen Erzeuger und Verbraucher ist für eine nachhaltige Landwirtschaft unabdingbar. DMPL möchte durch innovative Ideen entlang der Kette eine Wertschöpfungserhaltung, besser noch eine Wertschöpfungssteigerung erreichen. Unsere Landwirtschaft muss sich insgesamt im Rahmen von Innovationen nicht nur dem Erhalt und dem Ausbau der Wertschöpfung stellen, sondern in zunehmenden Maße besonderen gesellschaftlichen Herausforderungen an den Schutz der Ressourcen (Boden, Trinkwasser, Klimaneutralität),  an die Zusammensetzung der Lebensmittel (wertgebende/ wertmindernde Inhaltsstoffe, Anteil veganer Lebensmittel, Transparenz und Regionalität der Lebensmittelherstellung und -vermarktung), sowie an den Erhalt und die Steigerung der Biodiversität.